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Wassily Kandinsky
Der zunächst russische, dann deutsche und französische Maler Wassily Kandinsky ist der Begründer der Abstraktion sowie Kunsttheoretiker und hat mit seinem avantgardistischen und außergewöhnlichen Werk das 20 Jahrhundert geprägt. Kandinskys Gemälde, die auf Formen, Linien und Farben konzentriert sind, enthüllen auch eine Recherche nach Spiritualität, die sich in seinen theoretischen Werken wiederfindet. Heute ist er weltweit als einer der Pioniere der modernen Kunst anerkannt.
Biografie
1866 - 1908: Inspirationen und Ausbildung
Wassily Kandinsky wurde 1866 in Moskau geboren und legte seit frühester Jugend eine echte Leidenschaft für Farbe an den Tag. Seine Kindheit verbrachte er zwischen Russland und Italien, bevor er ein Jurastudium bis zur Dissertation absolvierte. 1889 entdeckte er auf einer Reise durch den Norden Russlands die russische Volkskunst und war von den bunten Häusern so sehr beeindruckt, dass sie eine seiner Inspirationsquellen wurden.
1895 sah er auf einer Ausstellung zum ersten Mal die "Meules" von Monet, ein entscheidender Moment: er lehnte einen ihm angebotenen Lehrstuhl ab, und wandte sich der Kunst zu und ging 1896 auf die Kunstakademie in München, wo er eine späte Kunsterziehung genoss. Seine ersten Werke sind häufig Landschaften mit impressionistischer Inspiration, darunter "L’Ecluse" (1901) und "Rotterdam" (1904). Er unternahm mehrere Reisen und nahm an verschiedenen Ausstellungen teil, aber seine Arbeit blieb relativ unbemerkt.
1908 - 1914: der Blaue Reiter, auf dem Weg zur Abstraktion
Ab 1908 kam Kandinskys Malerei in eine neue Phase: seine Werke entfernen sich mehr und mehr vom Reellen und Figurativen, und waren für den Maler ein "Schock der Farben und Linien". Die Abstraktion kam langsam ans Licht, das Resultat jahrelanger Arbeit und intensiver theoretischer Überlegungen. Kandinskys erstes wirklich abstraktes Aquarell ist von 1910 und ist Ausgangspunkt einer für die Geschichte der Malerei entscheidenden Bewegung. Farbe spielt in Kandinsky Werk die Hauptrolle, kombiniert mit Formen und Linien ergibt sie Gemälde mit großer Intensität. Des Avantgardisten abstrakte Werk "Composition V" (1911) löste einen Skandal aus.
Während Kandinsky malte, stellte er auch Kunsttheorien auf; sein Werk Über das Geistige in der Kunst, in dem er die spirituelle Berufung der Kunst bewirbt, erschien 1911. Im gleichen Jahr gründete er mit Franz Marc den Blauen Reiter und realisierte den gleichnamigen Almanach sowie "Impression V" (1911), eine neue Etappe auf dem Weg zur Abstraktion.
1914 - 1933: die russische und die deutsche Periode
1914 musste Kandinsky zurück nach Russland und malte während des Krieges praktisch nicht ein einziges Gemälde ("Einfach", 1916). 1917 heiratete er Nina Andreiewskaia, mit der er einen Sohn bekam. Von 1918 bis 1921 wurde er mit zahlreichen offiziellen Funktionen für die kulturelle Entwicklung Russlands beauftragt. Als sich die Situation verschlechterte, profitierte er 1921 von einer Mission in Deutschland, um aus seinem Land zu fliehen. Danach wurde er Professor am Bauhaus in Weimar und später in Dessau. In seiner Lehrtätigkeit, wie auch in seiner Malerei, nahmen geometrische Motive, hauptsächlich Kreise, Winkel sowie gerade und gekrümmte Linien, einen immer größeren Platz ein. In der darauf folgenden, sehr fruchtbaren Periode malte er unter anderem "Auf Weiss II" (1923), "Gelb – Rot - Blau" (1925), "Kreise" (1926), "Dreizehn Rechtecke" (1930). 1926 veröffentlichte er seine Recherchen über Formen in dem theoretischen Werk Punkt und Linie zu Fläche. Als die Nazis 1933 das Bauhaus schlossen, verließ Kandinsky Deutschland und zog nach Paris.
1933 - 1944: die Pariser Periode
Die elf Pariser Jahre, die auch die letzten seines Lebens waren, waren eine Periode der Synthese, in der Kandinsky viel kreierte und viele Ausstellungen hatte. Er realisierte unter anderem "Composition IX" (1936) und "Bleu de Ciel" (1940). Obwohl sie eher kühl aufgenommen wurden, wurde seine Arbeit in Paris, Mailand, Stockholm oder auch New York ausgestellt.
Kandinsky war immer auf der Suche nach einer spirituellen Dimension in der Kunst: „Die abstrakte Malerei ist von allen Künsten die schwierigste, da sie eine außerordentliche Sensibilität für die Komposition und für die Farben erfordert, man muss ein richtiger Poet sein.“ Der Vater der Abstraktion starb, von so ziemlich allen ignoriert, 1944 und hinterließ ein reiches Werk an abstrakten Gemälden und theoretischen Schriften. Nina Kandinsky wurde über 30 Jahre lang nicht müde das Werk ihres Mannes in der Welt zu verbreiten. Sie hinterließ die Gemälde, die ihr gehörten, dem Centre Pompidou und kreierte 1979 die Société Kandinsky.
Werke
Sehen Sie Kandinskys Werke, die im Centre Pompidou präsentiert werden.
Nützliche Links
Das pädagogische Dossier über Wassily Kandinsky des Centre Pompidou lesen
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> Poster und Kunstdrucke
Identität
Nationalität(en) : Französisch, Deutsch, Russisch
Geboren am : 04/12/1866
Gestorben am : 13/12/1944
Profil : Dekorateur, Zeichner, Graveur, Maler
Künstlerischer Stil : Abstrakte Kunst, Moderne Kunst
Behandelte Themen : Farben und Material