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Paul Gauguin
Der Maler, Bildhauer und Keramiker Paul Gauguin gehörte zu den einflussreichsten Künstlern der postimpressionistischen Periode. Er erhob den Anspruch "auf das Recht, alles wagen zu dürfen" und zeigte große Unabhängigkeit gegenüber den Normen seiner Epoche, besonders durch die symbolische Dimension seines Werkes und durch den Einsatz von Farben, die zur Geburt des Fauvismus beitrugen.
Biografie
Paul Gauguin und der Impressionismus
Paul Gauguin begann seine Karriere als Maler spät. Erst im Alter von 35 Jahren entschloss er sich nur von seiner Malerei zu leben, die bis dato nur Freizeitbeschäftigung war. Nach seiner Kindheit in Peru, von wo seine Mutter stammte, verbrachte er sechs Jahre als Offizier der Handelsmarine auf See.
Durch seinen Vormund, einen Kunstliebhaber und Sammler, wurde er bei den Impressionisten eingeführt. Seine Begegnung mit Camille Pissarro 1874 war entscheidend. Gaugins erste Gemälde zeigen ihren Einfluss (La Seine au Pont d'Iéna, temps neigeux, 1875). Von 1876 bis 1886 stellte Gauguin regelmäßig mit den Impressionisten aus. Aus dieser Zeit behielt er die Vorliebe für die Malerei im Freien, den Einsatz von leuchtenden Farben und seine Unabhängigkeit von den Konventionen.
Die Schule von Pont-Aven
Gaugin lehnte die Vision der Kunst als Reproduktion des Realen ab und wandte sich vom Impressionismus ab. 1886 machte er seine erste Reise nach Pont-Aven in der Bretagne und malte sein erstes Bild, das bereits seinen unnachahmlichen Stil ankündigte: La Danse des quatre Bretonnes. In Pont-Aven lernte Gauguin den Maler Émile Bernard kennen. Zwei Jahre später, 1888, während Gauguins zweitem Aufenthalt in der Bretagne, gründeten sie die École de Pont-Aven, oder die Definition einer neuen Ästhetik.
Inspiriert vom Symbolismus und dem Cloisonismus (schwarz konturierte Farbflächen) entwickeln Paul Gauguin und Émile Bernard den Synthetismus, der sich durch eine Vereinfachung der Formen und das Verschwinden von Details charakterisiert.
1888 verbrachte Gauguin zwei Monate in Arles, um mit Vincent Van Gogh zu arbeiten. Nach diesem Aufenthalt, der mit der berühmten Episode von Van Goghs abgeschnittenem Ohr endete, fuhr Gauguin erneut nach Pont-Aven, das eine wahre Künstlerkolonie geworden war.
Paul Gauguin und Polynesien
1891 brach Gauguin nach Tahiti auf, wo er durch die Schönheit von Land und Leuten eine große Produktivität an den Tag legte. Die Gemälde dieser Periode charakterisieren sich durch die Verwendung kräftiger Farben, einfacher Formen und den Verzicht der Perspektive. Gaugin war begeistert von der Maori Kultur und realisierte auch zahlreiche Skulpturen und Statuetten, die von den polynesischen Mythen und Legenden inspiriert waren.
Von 1893 bis 1895 war Gauguin erneut in Frankreich. In Paris wurden seine tahitischen Werke ausgestellt, erfuhren aber nicht den erhofften Erfolg, trotz einiger enthusiastischer Kritiken.
Gaugins Rückkehr nach Tahiti wurde von der Verschlechterung seines Gesundheitszustandes begleitet. 1897 realisierte er, was als sein "bildliches Testament" angesehen wird: D'où venons-nous? Que sommes-nous? Où allons-nous?
1901 zog er auf die Marquesas Inseln, wo er zwei Jahre später starb.
Werke
Jardin sous la neige, 1879 (Garten im Schnee)
Étude de nu ou Suzanne cousant,1880 (Aktstudie oder Die nähende Suzanne)
Conversation dans les prés, 1888 (Unterhaltung auf der Wiese)
Le gardien de porcs, 1888 (Der Schweinehirte)
Vincent Van Gogh peignant les tournesols, 1888 (Vincent Van Gogh malt Sonnenblumen)
Les Alyscamps, 1888
La Belle Angèle, 1889 (Die schöne Angèle)
Autoportrait au Christ jaune, 1889 (Selbstbildnis mit gelbem Christus)
Femmes de Tahiti, 1891 (Frauen von Tahiti)
Fatata te miti (Angelehnt ans Meer), 1892
Autoportrait au chapeau, 1893 (Selbstportrait mit Hut)
D'où venons-nous? Que sommes-nous? Où allons-nous?, 1897-1898 (Woher kommen wir? Wer sind wir? Wohin gehen wir?)
Deux Tahitiennes, 1899 (Zwei Tahitianerinnen)
Et l'or de leur corps, 1901 (Und das Gold ihrer Körper)
Cavaliers sur la plage, 1902 (Reiter am Strand)
News
La Normandie et les Impressionnistes im Musée des Beaux-Arts in Rouen, vom 04. Juni bis 26. September 2010:
Das Musée des Beaux-Arts in Rouen präsentiert im Rahmen des Festivals "Normandie impressionniste", das 2010 in der ganzen Normandie statt findet, eine Ausstellung mit rund 100 Gemälden von den größten Malern dieses Genre, die Rouen und seine Region zum Thema haben.
Nützliche Links
Paul Gauguin im Musée d'Orsay
Paul Gauguin in der National Gallery of Art in Washington
Webseite der Stadt Pont-Aven
Die Gruppe der Nabis, eine Vereinigung von Künstlern die von Gauguin und der Schule von Pont-Aven beeinflusst wurden.
Die Produkte von Paul Gauguin bei Nouvelles Images
> Poster und Kunstdrucke
> Postkarten
Identität
Nationalität(en) : Französisch
Geboren am : 07/06/1848
Gestorben am : 08/05/1903
Profil : Keramiker, Maler, Bildhauer
Künstlerischer Stil : Schule von Pont-Aven, Postimpressionist
Behandelte Themen : Schöne Künste, Landschaften - Natur, Portraits - Personen