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Marc Chagall

Obgleich inspiriert von den künstlerischen Bewegungen seiner Epoche, kann Marc Chagall in keine bestimmte Stilrichtung katalogisiert werden. Sehr verbunden mit seiner Herkunft, hat er eine persönliche Ikonografie entwickelt, die von der jüdischen Tradition und der russischen Volkskunst beeinflusst ist. Seine Gemälde in knalligen Farben, in denen sich Figuren und Themen, wie der Akrobat, der Musiker, Blumen oder Liebende, wiederholen, sind das Spiegelbild seiner Epoche und seiner persönlichen Existenz. Seine Poesie und die Vielfalt seiner Ausdrucksmittel haben ihm internationale Anerkennung gebracht.

Biografie

Die erste Pariser Periode

Marc Chagall, der von einer bescheidenen jüdischen Familie in Weißrussland abstammte, studierte die Malerei in St. Petersburg. 1910 brach er nach Paris auf, wo er in die "Ruche" einzog, im Stadtviertel Montparnasse. Dort lernte er Amedeo Modigliani, Chaim Soutine und Fernand Léger kennen. Er vertiefte seine Kenntnisse des Impressionismus und des Kubismus und perfektionierte seine Talente als Kolorist.

Die Rückkehr nach Russland

1914 kehrte er in seine Heimatstadt Wizebsk zurück, wo ihn der Erste Weltkrieg für länger festhält als vorgesehen. In dieser Zeit malte er das Alltagsleben der jüdischen Gemeinde seiner Geburtsstadt. Als 1917 die Oktoberrevolution ausbrach, wurde er zum Kommissar der Schönen Künste der Provinz Wizebsk ernannt und gründete zusammen mit anderen russischen Künstlern eine Kunstschule. Nach Auseinandersetzungen mit seinen Kollegen demissionierte er und fuhr nach Moskau. Dort realisierte er Wandmalereien, Bühnenbilder und Kostüme für das jüdische Theater von Moskau.

Die zweite Pariser Periode

1922, nach einem Aufenthalt in Berlin, wo er die Gravur erlernte, kehrte Chagall nach Paris zurück, wo er verschiedene Werke illustrierte: Die "Fabeln" von La Fontaine (1924-1925), die "Die toten Seelen" von Gogol (1925-1931) und die Bibel. Mit dem näher kommenden Krieg tauchte in seinen Werken eine tiefe Angst auf. 1937 erhielt er die französische Nationalität und wanderte 1941 in die USA aus. Dort bekam er mehrere Aufträge für Bühnenbilder und Kostüme für Ballette.

Die Provenzalische Periode

Nach dem Krieg kehrte er 1948 nach Frankreich zurück. Dort widmete er einen Großteil seiner Arbeiten biblischen Themen und realisierte zunächst Deckfarbenbilder und dann Gravuren. Sein von 1954 bis 1967 geschaffenes Werk bildet "Le Message biblique", der ein Museum gewidmet ist, das 1973 eröffnet wurde (Musée national du Message biblique in Nizza).

In Vence (in den Alpes-Maritimes) interessierte er sich für Keramik und kreierte Glasfenster.  
Unter seinen Kreationen: die Basreliefs und Fenster der Kirche des Plateau d’Assy (Haute-Savoie), die Fenster der Kathedralen in Metz und Reims, die Fenster der Synagoge des Hadassah Krankenhauses in Jerusalem. 1964 dekorierte er die Decke der Opéra Garnier, in Paris. Er starb 1985 in Saint-Paul-de-Vence.

"Wenn sich jedes Leben unausweichlich auf sein Ende zubewegt, müssen wir für die Dauer des unseren, es mit den Farben der Liebe und der Hoffnung kolorieren." Marc Chagall

Werke

- Moi et le village, 1911 (Ich und das Dorf, 1911)
- Vue de Paris par une fenêtre, 1913 (Paris durch das Fenster gesehen, 1913)
- Le Poète Allongé, 1917 (Der liegende Poet, 1917)
- La Crucifixion blanche, 1938 (Die weiße Kreuzigung, 1950)
- Le Cirque bleu, 1950 (Der blaue Zirkus, 1950

Nützliche Links

- Musée national du Message biblique in Nizza, Frankreich
- Marc Chagall Museum in Wizebsk, Weißrussland
- Marc Chagall im Centre Pompidou, Paris
- Marc Chagall im MoMA in New York

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Identität

Nationalität(en) : Französisch, Russisch
Geboren am : 07/12/1887
Gestorben am : 28/03/1985
Profil : Keramiker, Dekorateur, Zeichner, Graveur, Illustrator, Maler
Künstlerischer Stil : Kubismus, Surrealismus
Behandelte Themen : Liebe - Freundschaft, Tiere, Schöne Künste, Blumen - Pflanzen, Landschaften - Natur, Portraits - Personen

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