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Jean Tinguely
Jean Tinguely, der Künstler der in Bewegung befindlichen Maschinen und Mitglied des Neuen Realismus hat die Bildhauerei des 20. Jahrhunderts auf den Kopf gestellt. Mit Humor und Philosophie kreierte er mit Altmaterialien gigantische "lebendige", mechanische und manchmal selbstzerstörerische Skulpturen, um seinem Hunger nach Provokation und Spektakel genüge zu tun. Sein außergewöhnliches und avantgardistisches Werk ist heute auf der ganzen Welt anerkannt.
Biografie
Schweizer Periode: Ausbildung und Einflüsse
Jean Tinguely wurde am 22. Mai 1925 in Freiburg geboren und war ziemlich schnell von seiner künstlerischen Berufung überzeugt. Hin und her gerissen zwischen seinem alkoholabhängigen Vater und einer verstörten Mutter, flüchtete er häufig in die Wälder von Basel, wo er seine ersten Werke mit hydraulischen Rädern mit Soundeffekt realisierte. Nach seinem Besuch der Schule für angewandte Kunst, von 1940 bis 1941 in Basel, wurde er Schaufensterdekorateur. Bereits damals fielen seine Neigung zur Provokation und sein Humor auf.
Jean Tinguely realisierte paralell zahlreiche Ölgemälde, fühlte sich aber von der Malerei enttäuscht und deprimiert, konnte die Endgültigkeit nicht akzeptieren: „Es war mir unmöglich, sagen wir, zu entscheiden. Jetzt ist es vorüber ... Ab diesem Moment hat sich mir im Grunde die Bewegung aufgezwungen. Die Bewegung erlaubte mir ganz einfach dieser Versteinerung, diesem Ende, zu entkommen.“
Jean Tinguely, Künstler der Bewegung und des Lebendigen
Ab 1950 realisierte Jean Tinguely abstrakte Konstruktionen, die dank einer Kurbel in Bewegung gesetzt werden können. Als er 1953 in Paris ankam, kreierte er animierte Reliefs: die "Meta-Malevitch" und die "Meta-mécaniques". Nach und nach werden seine Skulpturen komplett und appellieren an die fünf Sinne, besonders das mit seinen ersten sonoren Reliefs.
Beeinflusst von Marcel Duchamp und der Filmkunst reiht er sich hauptsächlich aufgrund seiner besonderen Neigung zur Ironie in den Dadaismus ein. Um seine Ablehnung der Konsumgesellschaft und des Kults des neuen Objektes auszudrücken, verwandte er Altmaterialien, denen er mit Motoren neues Leben einhauchte.
Auf der Pariser Biennale von 1959 präsentierte er "Métamatic N°17", Maschinen die in Serie abstrakte Gemälde produzieren; 1960 nahm er mit seinem Freund Yves Klein an der Gründung der Gruppe des Neuen Realismus teil.
Tinguely und das Happening
Jean Tinguely eröffnete sein erstes "Happening" 1960 mit "L’Hommage à New York" (Hommage an New York), eine explosive Konstruktion, die sich laut im Garten der MOMA selbst zerstörte. Überrascht vom Spektakel und vom Erfolg, bereiste er mehrere Jahre die Welt und veranstaltete andere gigantische Ereignisse, wie "Dylaby" (Amsterdam, 1962), ein dynamische Labyrinth; "Hon" (Stockholm, 1966) in Zusammenarbeit mit Niki de Saint-Phalle, die er 1956 kennen gelernt hatte und mit der er ein talentiertes Künstlerpaar bildete. "Hon" ist eine 27 Meter lange Konstruktion in Form einer Frau, in der eine Bar, ein Kino eine Terrasse, etc. eingerichtet sind. Das Paar präsentierte auch "Le Paradis Terrestre" (Das Paradies auf Erden), Montréal, 1967, das ein Kampf zwischen den verrückten Maschinen von Jean gegen die "Nanas" von Niki ist.
Künstlerische Maturität im Neuen Realismus
Parallel zu den Happenings realisierte Jean Tinguely zwischen 1961 und 1962 die Serie der "Baluba" und präsentierte "Eurêka" auf der Nationalen Schweizer Ausstellung von 1964, und führte so den Ausdruck "Maschine von Tinguely" in das Schweizer Vokabular ein.
Ab 1970 unternahm er zusammen mit Niki de Saint-Phalle und anderen Künstlern die Konstruktion der gigantischen Skulptur-Promenade Cyclop in Milly-la-Forêt, an der er sein ganzes Leben arbeiten sollte. Der Zyklop wurde im Mai 1994 eröffnet und wurde von Tinguely als gegensätzlich zum Rest seines Werke bezeichnet: „Es ist die Antithese meiner Arbeit, da es ein definitives, ein monolithisches, Werk ist.“
Tinguelys Maschinen wurden immer meisterhafter, akzeptierte Formen und eine ausgefeilte kinetische Animation, darunter 1977 das "Crocrodrome de Zig & Puce", 1983 der "Fontaine Stravinsky" mit Niki de Saint-Phalle, 1986 der "Mengele Totentanz". Mehrere Retrospektiven wurden in Zürich, London, Brüssel, Genf, etc. veranstaltet. Jean Tinguely starb 1991, nachdem er zahlreiche Preise, darunter, unter anderem, die der Städte Basel, Paris und Zürich, erhalten hatte.
Nützliche Links
Das Tinguely Museum, in Basel
Besuchen Sie den Cyclop in Milly-la-Forêt
Die Produkte von Jean Tinguely bei Nouvelles Images
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Identität
Nationalität(en) : Schweizerisch
Geboren am : 22/05/1925
Gestorben am : 30/08/1991
Profil : Maler, Bildhauer
Künstlerischer Stil : Neuer Realismus
Behandelte Themen : Stadtentwicklung, Architektur