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Jean-Michel Basquiat
Jean Michel Basquiat, der virtuose Graffiti-Künstler und Maler der 1980er Jahre, war einer der Pioniere der zeitgenössischen Kunst. Die Frage nach der schwarzen Identität, die Straßen New Yorks, Tod und Gewalt, sind die Themen, die sein Werk - das manchmal kindlich wirkt, aber erschreckend ernst ist - beeinflusst haben. Als Mitglied der neoexpressionistischen Bewegung, hat er der Kunst zu einer neuen Freiheit verholfen.
Biografie
Basquiat, New Yorker Straßenkünstler
Jean Michel Basquiat wurde am 22. Dezember 1960 in Brooklyn als Sohn einer puertoricanischen Mutter und eines haitischen Vaters geboren. Er zeigte sehr früh künstlerische Fähigkeiten, die von seiner Mutter, die mit ihm regelmäßig die New Yorker Museen besuchte, unterstützt wurden. Er war gerade 7 Jahre alt, als sie ihm das berühmte Buch "Gray’s Anatomy" schenkte, von dem sich Basquiat inspirierte und das sein Werk nachhaltig beeinflussen sollte.
1976 begann der junge Künstler zusammen mit seinem Freund Al Diaz die Slums von Manhattan und in der Nähe von Galerien zu sprayen. Die Graffitis haben eine gewisse Poesie, die mit bizarren Symbolen vermischt ist. Ab 1977 signierte sie Basquiat mit SAMO (Same old shit). Im darauf folgenden Jahr verließ er Elternhaus und Schule, um mit Freunden zusammen zu ziehen; zum Lebensunterhalt verkauften sie T-Shirts und Postkarten. Er sprühte weiter seine Kunst an die Wände und wurde langsam im künstlerischen Milieu bekannt, speziell durch seine Teilnahme an der Time Square Show, einer Künstlerausstellung 1980.
Vom Graffiti zum Neoexpressionismus
1980 tauschte Basquiat die New Yorker Straßen gegen Leinwände ein, um seinem Talent Ausdruck zu verleihen. Die Straße und seine Besessenheit inspirierten ihn zu Gemälden, deren Hauptthema, oder Obsession des Künstlers ("Dusthead", 1982), der Tod ist. Von 1980 bis 1982 realisierte er zahlreiche Gemälde, die skelettartige Silhouetten und maskengleiche Gesichter darstellen, die auf einen gewissen Einfluss der Afrikanischen Kunst schließen lassen.
Voll in der Underground Bewegung, befreite sich Basquiat von künstlerischen Barrieren: „Ich höre nicht auf Kunstkritiker. Ich kenne niemanden, der einen Kritiker bräuchte, um ihm zu erklären, was Kunst ist.“ Basquiats Werk ist von seinen anfänglichen Graffitis, die knallige Farben und thematische Texte vereinen, geprägt. 1982 schloss er sich der zukünftigen neoexpressionistischen Bewegung an.
1983 lernte Basquiat Andy Warhol kennen. Es war der Beginn einer affektiven, wie auch beruflichen Freundschaft. Sie arbeiteten zusammen an der Realisation zahlreicher origineller und erfolgreicher Gemälde: Monster Meat (1984-1985), Eggs (1985), Zenith (1985).
Basquiat, gequältes und rebellisches Genie
Basquiat hat immer auf seiner Zugehörigkeit zur schwarzen Kultur bestanden. Von 1982 bis 1985 malte er schwarze – historische und zeitgenössische – Symbolfiguren und die mit ihnen verbundenen Geschehnisse ("Slave auction", 1982). Einige seiner Werke beinhalten klare politische Anschuldigungen und beleuchten die Rebellion des Künstlers, der seine kreolische Herkunft unterstreichen wollte. Seine Bilder wurden also als Wandbilder mit reichen Übereinanderlagerungen verschiedene Elemente (von Schrift bis zu Collagen) präsentiert: „Ich denke nicht an Kunst, wenn ich arbeite. Ich versuche an das Leben zu denken.“
Von 1986 an begann Basquiats Heroinabhängigkeit einen sichtbaren Einfluss auf seine Arbeit zu haben. Er kam in eine neue künstlerische Phase in starkem Kontrast zu seinen anderen Werken: seine Malerei wurde figurativer, er verwendete Techniken, Stile und Elemente, mit denen er nie zuvor experimentiert hatte ("Because it Hurts the Lungs", 1986). Einige gingen sogar so weit zu behaupten, seine letzten Bilder wirkten "bewohnt".
1987 wurde Basquiat durch den Tod von Andy Warhol niedergeschmettert. Er flüchtete noch mehr in die Droge und starb im Alter von nur 27 Jahren am 12. August 1988 an einer Überdosis. Zwei europäische Museen hatten ihm bereits eine Retrospektive gewidmet.
Nützliche Links
Brooklyn Museum: Street to Studio, the Art of Jean Michel Basquiat
Basquiat (1996), ein Film von Julian Schnabel, der das Leben des Malers erzählt.
Identität
Nationalität(en) : US-Amerikanisch
Geboren am : 22/12/1960
Gestorben am : 12/08/1988
Profil : Zeichner, Maler
Künstlerischer Stil : Neoexpressionismus
Behandelte Themen : Portraits - Personen, Stadtentwicklung