Unsere Künstler
Henri Matisse
Der, neben Picasso (seinem Rivalen und Freund), führende Kopf des Fauvismus, Henri Matisse, ist einer der großen Meister der Malerei des 20. Jahrhunderts. Er widmete sich Akten, Landschaften und dem Thema der Lebensfreude: „Man muss das ganze Leben mit Kinderaugen betrachten“, pflegte er zu sagen. Henri Matisse durchwanderte den Divisionismus, den Fauvismus, die Abstraktion. Auch wurde er durch seine Guaschschnitte berühmt.
Biografie
Geburt einer Berufung
Henri Matisse, der Sohn eines Getreidehändlers war, widmete sich nach kurzem Jurastudium der Tätigkeit als Anwaltsgehilfe bei einem Notar. Im Alter von 20 Jahren, während einer Genesungsperiode, begann er zu zeichnen, um sich die Zeit zu vertreiben. 1890 verließ er die Kanzlei des Notars, ließ sein Jurastudium fallen und zog 1891 nach Paris, um sich der Malerei zu widmen. Er wurde in die Ecole Nationale Supérieure des Beaux-Arts aufgenommen und besuchte das Atelier von Gustave Moreau. In dieser Epoche verkehrte er auch mit Bouguereau, Rouault, Marquet und interessierte sich für den Impressionismus, besonders für Jean-Baptiste Camille Corot, Turner, Cézanne, Gauguin, Van Gogh…
Ein anerkannter Künstler
1904 in Collioure begann seine Freundschaft mit dem kubistischen Maler Juan Gris und mit Signac, ein Theoretiker des Divisionismus oder auch Pointillismus (der punktförmige Farbauftrag, der erst auf der Netzhaut durch optische Mischung die gewünschten Farbtöne erzielt), erfunden von Seurat. In dieser Zeit fand auch Matisses erste Ausstellung in der Galerie Ambroise Vollard in Paris statt. 1905 malte er "Luxe, calme et volupté", und mit diesem Werk fiel er zum ersten Mal auf. Die Originalität des Gemäldes besteht darin, dass er nicht versucht die Realität darzustellen, sondern sie zu schematisieren, in dem er die Realitätsfarben missachtete und Farben frei einsetzte. Aber Matisse war mit seiner Arbeit nicht zufrieden: „Meine dominierenden Farben, die eigentlich von den Kontrasten unterstützt und hervorgehoben werden sollten, wurden in Wirklichkeit von den Kontrasten, die ich genauso stark herausarbeitete wie die dominierenden Farben, aufgefressen. Dies brachte mich dazu großflächig in ungebrochenen Farben zu malen: das wurde der Fauvismus."
1905 stellte Matisse im Herbstsalon ein Portrait seiner Frau, "La Femme au chapeau", aus, das einen Skandal auslöste. Ein Kritiker benützte den Ausdruck "cage aux fauves" (Käfig wilder Tiere) und der Fauvismus war geboren!
Von diesem Moment an stellte Matisse sehr viel aus und verkaufte seine Gemälde sehr gut an Sammler.
1925 wurde er zum Chevalier de la Légion d'Honneur ernannt und 1927 erhielt er den begehrten Carnegie Preis.
Die Begegnung mit Picasso
Matisse und Picasso lernten sich 1906 kennen. 1918 fand ihre erste gemeinsame Ausstellung in Paris in der Galerie Paul Guillaume statt. Die beiden Freunde und Rivalen waren zu dieser Zeit anerkannte Maler. Guillaume Apollinaire sagte: „Wir hatten gerade eine seltene und überraschende Idee, die beiden berühmtesten Meister, die die beiden gegensätzlichen Tendenzen in der zeitgenössischen Kunst repräsentieren, in einer Ausstellung zu vereinen … Das wird eine sensationelle Ausstellung und ein wichtiges Datum in der Kunstgeschichte unserer Zeit.“
Die Nizza-Periode
1919 zog Matisse nach Nizza, wo er über zehn Jahre fast ausschließlich den weiblichen Körper malte. Diese Nizza-Periode ist reich an dekorativen, sensiblen und warmen Werken. Am Ende der 1920er Jahre interessierte sich Matisse auch für Bildhauerei und die Komposition.
Die Reisen
Matisse reiste viel, vor allem in Algerien, Italien, Deutschland, Marokko, Russland, USA und Tahiti. Seine Reisen waren eine Inspirationsquelle für sein Werk.
Die Guaschschnitte
1941 wurde Matisse sehr krank und lag im Krankenhaus. In dieser Zeit entwickelte er die Technik der Guaschschnitte und begann die Serie "Jazz" (1947), "La Tristesse du roi" (1952) und arbeitete von 1948 bis 1851 an dem Projekt der Rosenkranz-Kapelle in Vence.
Werke
Hier eine Liste mit Werken von Matisse:
- Nature morte au pichet, um 1896-1897, Musée Malraux, Le Havre
- Le mur rose (für das Krankenhaus von Ajaccio), 1897-1898, Centre Pompidou MNR, Paris.
- Luxe, calme et volupté(Luxus, Stille und Wollust), 1904, Musée d'Orsay, Paris
- La Femme au chapeau (Frau mit Hut), 1905, Museum of Modern Art, San Francisco
- Le Bonheur de vivre (Lebensfreude), 1905-1906, Barnes Fondation, Merion
- Portrait de Madame Matisse (Portrait von Frau Matisse), genannt La Raie verte (Der grüne Streifen), 1905
- Luxe I (Luxus I), Winter 1907
- La Desserte rouge (Rote Harmonie), 1908
- La Joie de vivre (Lebensfreude), 1908
- La Danse et La Musique, 1909-1910, Eremitage, St. Petersburg
- Nature morte au géranium (Stillleben mit Geranium), 1910 Pinakothek der Moderne, München
- L'Intérieur aux aubergines, 1911, Musée de Grenoble
- La porte de la casbah, 1912, Puschkin, Moskau
- Porte-fenêtre à Collioure (Türfenster in Coullioure), 1914, Musée National d'Art Moderne, Paris
- La Fenêtre (Das Fenster), 1916, Institute of Arts, Detroit
- Les demoiselles à la rivière, 1916-1917, Art Institute of Chicago, Chicago
- Portrait d'Auguste Pellerin, 1917, Musée National d'Art Moderne, Paris
- Le Violoniste à la fenêtre (Der Violinist am Fenster), 1918
- Paysage ou Rue dans le Midi (Landschaft oder Straße in Südfrankreich), 1919, Musée des Beaux-Arts André Malraux, Le Havre
- Femme assise, le dos tourné vers la fenêtre ouverte((Sitzende Frau mit Rücken zum offenen Fenster), um 1922, Musée des Beaux-Arts de Montréal
- Figure décorative sur fond ornemental, 1925, Musée National d'Art Moderne, Paris
- Tahiti II, 1935-1936, Musée Matisse - Le Cateau-Cambrésis
- Grand nu couché, 1935, Baltimore Museum of Art
- Deux danseurs (Zwei Tänzerinnen), 1937-1938
- Liseuse sur fond noir (Lesende auf schwarzem Hintergrund), 1939
- Deux jeunes filles, robe jaune, robe écossaise (Zwei junge Mädchen, gelbes und schottisches Kleid)Ü, 1941, Musée Matisse - Le Cateau-Cambrésis
- Danseuse dans le fauteuil, sol en damier (Tänzerin im Sessel, Fussboden in Schachbrettmuster) , 1942
- Le Clown und Le Lagon, in Jazz ("Der Clown" und "Die Lagune" in "Jazz"), 1943-1947
- L'Asie (Asien), 1946, Kimbell Art Museum, Fort Worth
- Nu Bleu I et Nu bleu II (Blauer Akt I und II), 1952
- La Tristesse du roi (Die Traurigkeit des Königs), 1952
- Vigne, 1953, Musée Matisse - Le Cateau-Cambrésis
Andere:
- La chapelle du Rosaire de Vence, von 1948 bis 1951: Vitrail, Chasuble et Rosace
- Bronzeskulpturen (Büsten von Jeannette, 1910-1913; Nus de dos, Basreliefs, 1909-1930)
- Über Matisses Gravuren (Radierungen, Holz, Lithographies) im Musée des beau-Arts de Quimper
- Buchillustrationen: "Les Fleurs du Mal"(Die Blumen des Bösen) von Baudelaire (1857), "Poésies" von Mallarmé (1932), "Lettres de la religieuse portugaise" (1946), "Florilège des Amours" von Ronsard (1948).
Einige Werke von Matisse auf der Webseite Wikilivres.
Nützliche Links
Das Musée Matisse in Nizza: "Diese Kollektion präsentiert die künstlerische Entwicklung von Matisse, seine Fortschritte und Recherchen in den Bereichen Farbe und Grafik, von seinen ersten Gemälden von 1890 bis zu den Guaschschnitten am Ende seines Lebens."
Das Musée Matisse in Cateau-Cambrésis
Die Monographie Henri Matisse im Centre Pompidou
Auf den Spuren von Matisse in Nizza
Die Webseite der Ausstellung Das Marokko des Matisse von 1999
Das Leben von Matisse: Eine Odyssee in der Farbe
Die Produkte von Henri Matisse bei Nouvelles Images
> Poster und Kunstdrucke
> Postkarten
> Grußkarten
> Transfert
Identität
Nationalität(en) : Französisch
Geboren am : 31/12/1869
Gestorben am : 03/11/1954
Profil : Zeichner, Maler, Bildhauer
Künstlerischer Stil : Fauvismus
Behandelte Themen : Details, Blumen - Pflanzen, Landschaften - Natur, Portraits - Personen, Farben und Material, Stillleben
Henri Matisse (PH2455)