Unsere Künstler
Henri Cartier-Bresson
Henri Cartier-Bresson ist eine der mythischen Figuren der Fotografie des 20. Jahrhunderts. Der Pionier des Fotojournalismus, der an der Seite von Walker Evans, Brassaï und Kertész gearbeitet hat, reiste sehr viel und beobachtete die großen Ereignisse, die dieses Jahrhundert markiert haben. Als Anhänger der Straßenfotografie hat er auch das Konzept des "entscheidenden Augenblicks" erfunden. Zusammen mit Robert Capa, David Seymour, William Vandivert und George Rodger gründete er 1947 die berühmte Agentur Magnum Photos. 2003 gründete er in Paris zusammen mit seiner Frau Martine Franck und seiner Tochter Mélanie die Fondation Henri Cartier-Bresson zur Bewahrung und Präsentation seines Werkes sowie zur Unterstützung und Ausstellung anderer Fotografen.
Biografie
Einer der Pioniere des Fotojournalismus
Nach einer Obenstufenbildung am Gymnasium Condorcet in Paris passioniert sich Henri Cartier-Bresson für die Malerei und die Surrealisten. Er studierte die Malerei bei André Lhote. 1931 brach er zu einer abenteuerlichen Reise in die Elfenbeinküste auf, wo er seine ersten Fotos machte. Von da an war er sehr viel auf Reisen: in Europa, Mexiko, USA, Indien, China, Indonesien, Japan, Kuba, UdSSR ...
Während seines Aufenthaltes in den USA 1935 machte er seine ersten Fotografien von New York und erwarb erste Kenntnisse über das Kino an der Seite von Paul Strand. 1936 wurde er der zweite Assistent von Jean Renoir für den Film "Une Partie de Campagne" (Eine Landpartie) und 1938 für den Film "La Règle du Jeu" (Die Spielregel).
1937 realisierte er einen Dokumentarfilm über die Krankenhäuser der spanischen Republik, "Victoire de la Vie" (Der Sieg des Lebens), und einen anderen Dokumentarfilm für den Secours Rouge, "L’Espagne Vivra" (Spanien wird leben).
1940 geriet er in deutsche Kriegsgefangenschaft. Im Februar 1943 gelang ihm die Flucht und er nahm am MNPGD, der Untergrundbewegung zur Hilfe der Kriegsgefangenen und Entflohenen teil. Er realisierte Portraits von Künstlern und Schriftstellern für die Editions Braun: Matisse, Picasso, Braque, Bonnard, Claudel, Rouault...
1944-45 schloss er sich einer Gruppe professioneller Fotografen an, die die Befreiung von Paris fotografierten und realisierte "Le Retour" (Die Rückkehr), ein Dokumentarfilm über die Rückführung der Kriegsgefangenen und Deportierten.
1947 gründete er zusammen mit Robert Capa, David Seymour, William Vandivert und George Rodger die Agentur Magnum Photos. Er verließ Magnum 1966, aber die Agentur behielt die Rechte zur Auswertung seines Archivs.
Von 1948 bis 1950 bereiste er den Orient: Indien als Gandhi starb, China während der letzten sechs Monate der Kuomintang und der ersten sechs der Volksrepublik China sowie Indonesien zum Zeitpunkt seiner Unabhängigkeit. Dann ging er zurück nach Europa. Er war der erste in der UdSSR zugelassene Fotograf nach dem Kalten Krieg.
1958-59 kehrte er zum 10. Geburtstag der Volksrepublik nach China zurück.
1963 kehrte er nach Mexiko zurück und das Life Magazine schickte ihn nach Kuba.
1965 reiste er nach Japan und 1966 kehrte nach Indien zurück.
1967 erhielt er von IBM einen Auftrag zum Studium von "Mensch und Maschine" und realisierte in den USA für CBS News zwei Dokumentarfilme.
1972 kehrte er in die UdSSR zurück.
Die wichtigsten Ausstellungen und Publikationen
- 1932: Ausstellung in der Julien Levy Gallery in New York. Danach wurden seine Fotografien in Madrid, im Club Atheneo, präsentiert. Charles Peignot veröffentlichte ihn in Arts et Métiers Graphiques.
- 1965: Ausstellung mit Manuel Alvarez Bravo im Palacio de Bellas Artes de Mexico.
- 1946: Aufenthalt in den USA für die Teilnahme an den Vorbereitungen zu einer Ausstellung des Museum of Modern Art in New York.
- 1952: Herausgabe seines ersten Buches "Images à la Sauvette" (Bilder im Vorübergehen) mit einer Titelseite von Matisse.
- 1954: Herausgabe von "Danses à Bali" ediert von Delpire mit einem Text von Antonin Arthaud über das balinesische Theater.
- 1955: erste Ausstellung in Frankreich im Pavillon de Marsan, im Louvre, die danach durch die Welt wanderte. Herausgabe der "Europäer" mit einer Titelseite von Miro.
- 1969: Reise in Frankreich für Reader’s Digest und Herausgabe von "Vive la France", begleitet von einer Ausstellung 1970 im Grand Palais.
- 1975: erste Ausstellung von Zeichnungen in der Carlton Gallery in New York.
Der humanistische Fotograf
Ab 1974 widmete sich Henri Cartier-Bresson der Zeichnung, dem Portrait und fotografierte Landschaften.
Er sagte: „Der Fotoapparat ist für mich ein Skizzenbuch, das Instrument der Intuition und der Spontaneität, der Meister des Augenblicks.“ "Der entscheidende Augenblick" wird ihm zugeschrieben.
Das Auge des Jahrhunderts
Henri Cartier-Bresson sagte: „Fotografieren [...] ist den Kopf, das Auge und das Herz auf die gleiche Visierlinie zu bringen.“
Pierre Assouline, in "Henri Cartier-Bresson, l’œil du siècle", fügte hinzu: "Das 20. Jahrhundert war das des Bildes (…). Das Leben von Henri Cartier-Bresson zu erzählen, sein Werk zu dechiffrieren, das ist vor allem die Geschichte eines Auges zu schreiben.“
Auszeichnungen und Hommagen
- 1981 erhielt er den "Grand Prix National de la Photographie" im Kultusministerium, Paris.
- 1986 erhielt er den "Novecento" Preis in Palermo.
- 1987 organisierte das Museum of Modern Art in New York die Ausstellung "Early Works".
- 1988 ehrte ihn der Centre National de la Photographie.
- 2000: Henri Cartier-Bresson entschloss sich zusammen mit seiner Frau Martine Franck und ihrer Tochter Mélanie die Fondation Henri Cartier-Bresson zu gründen, um sein Werk zu vereinen und einen Ausstellungsraum offen für andere Künstler zu kreieren. 2002 wurde die Fondation Henri Cartier-Bresson als gemeinnütziger Verein anerkannt.
- 2003: Anfang der Retrospektive "De qui s’agit-il ?" (Wer sind Sie, Henri Cartier-Bresson?) in der Bibliothèque Nationale de France und Eröffnung der Fondation Henri Cartier-Bresson.
Werke
Die Werke von Henri Cartier-Bresson werden in zahlreichen Museen auf der ganzen Welt ausgestellt. Einige haben die "Master Collection": 385 Abzüge, die 1979 von Henri Cartier-Bresson selbst zusammengestellt wurde:
- Die Bibliothèque Nationale de France, Paris, Frankreich
- The Menil Collection, Houston, Texas, USA.
- Die University of Fine Arts , Osaka, Japan.
- Das Victoria and Albert Museum, London, Vereinigtes Königreich.
Andere Museen, die große Kollektionen der Werke von Henri Cartier-Bresson ausstellen:
- Das Maison Européenne de la Photographie, Paris, Frankreich
- Das Musée Carnavalet, Paris, Frankreich
- Das Museum of Modern Art, New York, USA
- Das Art Institute of Chicago, USA
- Das Getty Museum, Los Angeles, USA
- Der International Centre of Photography, New York, USA
- Das Philadelphia Art Institute, Philadelphia, USA
- Das Museum of Fine Arts, Houston, USA
- Das Kahitsukan Kyoto Museum of Contemporary Art, Kyoto, Japan
- Das Museum of Modern Art, Tel Aviv, Israel
- Das Stockholm Modern Museet, Schweden
News
>> Um den Ausstellungskalender der Cartier-Bressons Werken zu konsultieren, besuchen Sie bitte:
Die Webseite der Fondation Henri Cartier-Bresson
Die Webseite der Agentur Magnum
Nützliche Links
Die Produkte von Henri Cartier-Bresson bei Nouvelles Images
> Poster und Kunstdrucke
> Postkarten
> Grußkarten
Identität
Nationalität(en) : Französisch
Geboren am : 22/08/1908
Gestorben am : 03/08/2004
Profil : Illustrator
Künstlerischer Stil : Human-Fotografie , Fotojournalismus
Behandelte Themen : Details, Events, Landschaften - Natur, Politik, Portraits - Personen, Reisen