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Georges Braque
Als französischer Maler des 20. Jahrhunderts war Georges Braque einer der Wegbereiter der künstlerischen Avantgarde, in dem er an der Seite von Picasso den Kubismus initiierte. Obwohl er ein Gequälter war, war seine Kunst nie von Gewalt gezeichnet, sondern schlicht und elegant. Braque hörte während seines ganzen Lebens nie auf zu innovieren und seine Recherchen zu vertiefen. Sein beachtliches Werk und seine menschlichen Qualitäten machten aus ihm einen der einflussreichsten Maler seiner Zeit.
Biografie
Braques Anfänge
Georges Braque wurde am 13. Mai 1882 in Argenteuil, der Wiege des Impressionismus, geboren. Ab 1897 studierte er an der Ecole des Beaux-Arts in Le Havre, wo er die Bekanntschaft seiner Ahnen machte, Raoul Dufy und Othon Friesz. Den Spuren seines Vaters folgend, erhielt er 1901 in Paris sein Diplom als Bühnenmaler. Aber, fasziniert von der Kunst, ging er im nächsten Jahr an die Académie Humbert.
Seine ersten Werke zeigen Einflüsse des Impressionismus, von dem er sich sehr schnell abwandte, als er die Werke von Matisse und Derain entdeckte. Nach einer Zusammenarbeit mit seinem Freund Friesz wurde sein Stil deutlich fauvistisch (Souvenirs d’Anvers).
Seine Gemälde mit puren Farben und geometrischen Motiven wurden 1906 auf dem Salon des Indépendants ausgestellt und komplett verkauft. Dieser Erfolg gab ihm Mut weiter zu machen, aber er entfernte sich vom Fauvismus: er strebte nach einer rigoroseren und weniger angsterfüllten Kunst. Seine Begegnung mit Pablo Picasso und "Les Demoiselles d’Avignon" waren für ihn eine Offenbarung.
Georges Braque Kubist
1908 malte Braque sein berühmtes Gemälde "Le Grand Nu", das einen neuen Stil eröffnete. Der Kritiker Louis Vauxcelles verglich sein Gemälde mit einer Montage von "Kubusen": der Kubismus war geboren und wurde von Braque und Picasso von 1909 bis 1912 zu einer Theorie aufgebaut. Die Prinzipien des Kubismus modifizierten völlig die Wahrnehmung von Kunst, denn jetzt ging es nicht mehr darum die Realität zu imitieren, sondern sie zu zerlegen und neu zusammen zu bauen. Die beiden Gründer des Kubismus arbeiteten eng zusammen und ihre Gemälde zeigen eine klare gegenseitige Beeinflussung.
Georges Braque wandte sich nach und nach von der Landschaftsmalerei ab, um sich dem Stillleben zuzuwenden (Nature morte aux instruments de musique, 1908, Violon et palette, 1909-1910), das viel zu seiner Bekanntheit beitrug. Seine Malerei blieb figurativ, obwohl seine Arbeit die eines Geometers in der Anordnung der Formen evoziert.
Zurück zur Realität
Braque fand, dass seine Malerei der Abstraktion zu nah war und entschloss sich der Realität durch künstlerische Innovation zu nähern: in sein berühmtes Gemälde "Le Portugais" (1911), malte er mit einer Schablone Buchstaben und Zahlen. 1912 führte er in "Nature morte à la grappe de raisin" natürliche Elemente, wie Sand oder Sägemehl, ein und realisierte sein erstes "geklebtes Papier" mit "Compotier et verre", bestehend aus Stücken von Tapete, Zeitungen und Plakaten, die auf die Leinwand geklebt sind.
Nach dem er sich über drei Jahre von Kriegsverletzungen erholen musste, hatte Braque keine Gelegenheit zu malen und entfernte sich von seinem Freund Picasso. Er entwickelte sich in Richtung eines farbigeren und realitätsnäheren Kubismus: „Meine Hauptanliegen ist es mit der Natur zu harmonieren, nicht sie zu kopieren“. Er realisierte mehrere Serien: die runden Tische (1918), Kamine und die Canéphores (1922-1927), die Badenden, Strände und Felsen ab 1930.
Das kreative Genie Braque
Georges Braque hatte eine technische Maturität erreicht, die es ihm erlaubte seine Kunst mit mehreren dekorativen Stillleben zu vertiefen: La Nappe rose (1933), La Nappe mauve (1936), gleichzeitig dachte er sich neue künstlerische Prozeduren aus: „Es muss einem genügen zu entdecken, aber man soll sich hüten zu erklären.“ Während des Zweiten Weltkriegs blieb der Künstler in Paris. Es war eine besonders fruchtbare Periode für ihn, er malte zahlreiche Meisterwerke, wie "Le Guéridon rouge" (1942), "Les poissons noirs" (1942), "Le Salon" (1944).
1948 erhielt Braque den Grossen internationalen Preis der Biennale in Venedig, der Jahre der Arbeit, aber auch einen sehr geschätzten Menschen auszeichnete. Ab 1949 realisierte er die Serie "Les Ateliers", acht Gemälde, die seinen außergewöhnlichen Bildwerdegang nacherzählen. Er führte in sein Werk das ihm wichtige Thema "Vögel" (Oiseaux sur fond bleu) ein. Er realisierte auch einige dekorative Auftragsarbeiten, im Besonderen einen Auftrag für die Henri II. Halle im Louvre. So wurde er der erste noch lebende Künstler, der im Louvre ausstellte, bevor er 1963 in Paris, einstimmig als ein kapitaler Maler des 20. Jahrhunderts anerkannt, starb.
Werke
Le Grand Nu, 1908
L'Estaque, 1908
Fox, 1911
Guitare, 1913
Baigneuse, 1925
Guitare et pichet, 1927
La Mandoline, 1945
L'Oiseau, 1949
A tire d'aile, 1961
Nützliche Links
Das Musée National d'Art Moderne in Paris bewahrt mehrere Gemälde von Georges Braque, darunter Les poissons noirs, Le Guéridon rouge, Le Salon, Le Port de l'Estaque,...
"A la mémoire de Georges Braque": Hommage der Regierung André Malraux, am 03. September 1963.
Identität
Nationalität(en) : Französisch
Geboren am : 13/05/1882
Gestorben am : 31/08/1963
Profil : Graveur, Maler, Bildhauer
Künstlerischer Stil : Kubismus, Fauvismus
Behandelte Themen : Landschaften - Natur, Portraits - Personen, Stillleben