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Egon Schiele
Der österreichische Maler Egon Schiele markierte den Anfang des 20. Jahrhunderts mit einem verzerrten und genialen Werk, das oft Skandale auslöste. Er behandelte Themen wie Tod und Erotik in seinen Portraits, Selbstbildnissen und Akten, die einen typischen und provokanten Stil beweisen, der ein tiefes Unwohlsein und eine stete innerliche Suche zum Ausdruck bringt.
Biografie
Schieles typischer Stil: Ursprünge und Einflüsse
Egon Schiele wurde am 12. Juni 1890 in der Nähe von Wien geboren. Sein frühes Talent für die Zeichnung stellt er bereits im Alter von 15 Jahren unter Beweis. Der Tod seines Vaters 1905 veränderte sein Weltbild und hatte einen unleugbaren Impact auf sein Werk. Er verließ die Wiener Akademie der Bildenden Künste 1909, da der zu akademische Unterricht im Gegensatz zu seiner avantgardistischen Konzeption der Kunst stand.
Seine ersten Gemälde inspirierten sich vom Impressionismus, aber er wurde schnell von der Wiener Sezession beeinflusst. Schiele lernte Gustav Klimt 1907 kennen, der sein Modell und Meister wurde.
1909 gründete er mit seinen Freunden die Neukunstgruppe, auch wenn er der Meinung war: „Kunst kann nicht modern sein. Sie ist zeitlos.“ In dieser Periode malte er hauptsächlich Portraits, ein besonders lukratives Genre. 1909 malte er seine Schwester: "Portrait von Gerti Schiele", das eine Wende in seiner stilistischen Entwicklung markierte. Das Sujet wird dank eines schlichten Hintergrunds, ohne Ornamente und Monochrome aufgewertet. Diese Art Portraits zu malen ist eines der charakteristischen Merkmale seines Werkes.
Verzerrte Arbeiten, die Skandale auslösten
Egon Schiele behauptete seinen Stil ab 1910 und widmete sich hauptsächlich Portraits und dem menschlichen Körper. Die Zeichnung ist sehr ausgearbeitet, der Inhalt schlicht, der Einfluss expressionistisch; wie bei Klimt akzentuieren originelle dekorative Motive durch Kontrast die Morbidität der Gesichter ("Weiblicher Akt auf kariertem Stoff",1911). Seine Malereien sind von störendem und beängstigendem Charakter: Schiele provozierte die Betrachter mit Gemälden in denen Tod und Erotik behandelt werden, aber auch der körperliche Zerfall mit fahlen Farben dargestellt wird. Damals lebte er mit Valerie "Wally" Neuziel, seinem Modell mit zweifelhaftem Ruf, in Neulenbach.
1912 wurde er wegen erotischer Zeichnungen festgenommen und verbrachte einige Tage im Gefängnis, was er für eine große Ungerechtigkeit hielt: „Sich der Kunst in den Weg zu stellen ist ein Verbrechen.“ Er war rebellisch und seine Arbeiten, wie "Der Kardinal und die Nonne" von 1912, wurden immer provozierender. Unter dem Einfluss von Hodler malte er aber auch heiterere Gemälde: "Herbstbaum" und "Sonnenaufgang" (1912).
Das Autoportrait und der Akt in Schieles Kreation
Schiele war vom menschlichen Körper fasziniert, deshalb nimmt auch der Akt einen wichtigen Platz in seinem Werk ein. Sein Studium von Insassen einer psychiatrischen Klinik sowie von Marionetten gibt seinen Akten eine besondere Dimension: ungewöhnliche oder gar groteske Posen, der gelenklose Aspekt seiner Körper, der ängstliche Ausdruck. Im Laufe der Jahre wurden die Posen immer suggestiver; egal ob männlich oder weiblich, Schieles Akte sind im Allgemeinen erotisch, wenn nicht pornografisch.
Egon Schiele vertiefte seine Kunst des Autoportraits. Er realisierte fast Hundert davon; mal nackt (Akt, Autoportrait, 1910), mal mit verstörtem, hartem Gesicht. Auch stellte der Maler seine Selbstironie in Selbstbildnissen, auf denen er stark schielt unter Beweis. Diese Autoportraits stellen eine stete innere Suche des Malers dar.
1915 trennte sich Schiele von Wally und heiratete Edith Harms, was der Anfang einer Periode der Beruhigung war. Sein Werk war weniger verzerrt, die Körper weniger gequält. Seine Gemälde "Die Familie" (1918) illustriert diese künstlerische Erneuerung und auf der Ausstellung der Wiener Sezession von 1918 hatte er großen Erfolg.
Er starb am 31. Oktober 1918, drei Tage nach seiner im sechsten Monat schwangeren Frau, an der Spanischen Grippe. Er war 28 Jahre alt.
Nützliche Links
Egon Schiele von Erwin Mitsch: "Diese Monographie präsentiert eine detaillierte Analyse des Lebens und des Werkes des Wiener Künstlers".
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> Poster und Kunstdrucke
Identität
Nationalität(en) : Österreichisch
Geboren am : 12/06/1890
Gestorben am : 31/10/1918
Profil : Zeichner, Maler
Künstlerischer Stil : Jugendstil, Expressionismus
Behandelte Themen : Portraits - Personen